In der Autopflege gilt die sogenannte Criss-Cross-Methode als empfohlene Technik zum Auftragen der meisten Wachse und Versiegelungen. Was bedeutet sie genau? Welche Bewegungen sollte man beim Auftragen von Wachs verwenden? Und muss diese Methode immer angewendet werden? Wir beantworten diese Fragen!
Oft verglichen mit weniger effektiven kreisenden Bewegungen oder der aufwändigen Anwendung mit einer Poliermaschine, hat sich die Criss-Cross-Technik in Anleitungen und Produktbeschreibungen der Detailing-Welt als Standard etabliert. Sie ist eine ebenso einfache wie clevere Methode, die jeder problemlos erlernen kann.
Was ist die Criss-Cross-Methode in der Autopflege?
In der Fahrzeugkosmetik gilt die Criss-Cross-Anwendung als die effizienteste und praktischste Methode, um ein chemisches Produkt (Wachs, Keramikversiegelung, Glasversiegelung usw.) gleichmäßig auf eine Fahrzeugoberfläche aufzutragen. Doch was macht diese Bewegungsart so überlegen?
Hauptvorteile der Criss-Cross-Anwendung von Wachsen und Versiegelungen:
- Sie ist die zuverlässigste Methode, um eine gleichmäßige Oberflächenabdeckung zu erzielen
- Der Applikator wird nicht mehrmals über dieselbe Stelle geführt
- Kleine, ungeschützte Bereiche werden vermieden, was bei kreisenden Bewegungen häufig passiert
- Die Methode ermöglicht es, sich gezielt auf den „greifbaren“ Arbeitsbereich zu konzentrieren
Diese Aspekte sind die wichtigsten Vorteile der Criss-Cross-Methode. Natürlich darf man dabei nicht vergessen, dass auch sorgfältige und präzise Bewegungen entscheidend sind – allein die Methode erledigt die Arbeit nicht von selbst!
Wie trägt man Autowachs mit der Criss-Cross-Methode auf?
In unserer Hauptkategorie der Autowachse wird jedem Produkt der charakteristische gelbe Schaumstoff-Applikator beigelegt. Es gibt zwar kleine Ausnahmen (wie den speziell geformten Applikator bei Authentic Premium oder Mikrofasertücher statt Schwämmen bei Mirror Shine und Scratch Clear), aber der gelbe Schwamm dürfte allen Soft99-Wachs-Fans bestens bekannt sein.

Bevor Sie beginnen, beachten Sie eventuelle spezielle Hinweise zu einzelnen Wachsen. Beim Bestseller Fusso Coat 12 Months empfehlen wir beispielsweise, den Applikator vor der Anwendung leicht anzufeuchten (z. B. kurz in Wasser tauchen und gut ausdrücken).
Criss-Cross-Wachsauftrag Schritt für Schritt:
Öffnen Sie zunächst die Dose. Entfernen Sie den Kunststoffdeckel – achten Sie darauf, dass der Applikator nicht herunterfällt – und hebeln Sie anschließend mit dem Deckel den darunterliegenden Metalldeckel auf. Das charakteristische metallische „Klacken“ signalisiert, dass das Wachs geöffnet ist. Übrigens lässt es sich später problemlos wieder verschließen, indem der Metalldeckel fest zurückgedrückt wird.
Halten Sie den Applikator so, dass Sie ihn leicht gegen die Wachsoberfläche drücken können. Drehen Sie ihn 3–4 Mal in der Dose – das reicht aus, um ein mittelgroßes Karosserieteil, wie etwa ein Drittel der Motorhaube, zu bearbeiten. Achten Sie dabei auf die Konsistenz des Wachses: White Soft99 Wax ist zum Beispiel besonders weich, sodass man schnell zu viel Produkt aufnehmen kann.
Teilen Sie das zu bearbeitende Teil gedanklich in kleinere Abschnitte ein. So können Sie sich besser auf eine präzise Anwendung konzentrieren und vermeiden Hektik.
Setzen Sie den Applikator in einer Ecke des gewählten Bereichs an und tragen Sie das Wachs zunächst in einer Richtung auf – zum Beispiel horizontal. Wenn Sie den Arm so weit wie möglich ausgestreckt haben, setzen Sie etwas tiefer an und ziehen eine zweite Linie, ohne Lücken zu lassen.
Sobald der gesamte Abschnitt mit horizontalen Linien bedeckt ist, wiederholen Sie den Vorgang in vertikaler Richtung. Ihre Bewegungen sollten die erste Schicht im rechten Winkel kreuzen – genau daher stammt der Name der Methode.

Ihre Bewegungen sollten dem im Bild gezeigten Muster folgen. Die erste Phase (horizontale Bewegungen) ist weiß markiert, die zweite Phase (vertikale Bewegungen) gelb. Die genaue Richtung (oben/unten) oder der Startpunkt (links/rechts bzw. oben/unten) kann frei gewählt werden – je nachdem, auf welcher Fahrzeugseite Sie arbeiten und welche Hand Sie benutzen.
Fertig! Auf diese Weise minimieren Sie das Risiko, kleine Bereiche auszulassen, und verteilen das Wachs deutlich gleichmäßiger.
Die Criss-Cross-Methode ist nicht immer notwendig
Muss man also immer und überall strikt nach der Criss-Cross-Methode arbeiten? Nicht unbedingt.
Soft99-Wachse, die mit einem Mikrofasertuch geliefert werden – wie Scratch Clear und Mirror Shine – sind Produkte, bei denen die Aushärtephase entfällt. Diese Wachse werden einfach in einem Schritt in den Lack einpoliert, bis voller Glanz erreicht ist. In solchen Fällen können kreisende Bewegungen verwendet werden, da sie bei der Arbeit mit Mikrofasertüchern natürlicher sind.

Abschließend sollten Sie daran denken, dass der Schlüssel zu einer erfolgreichen Criss-Cross-Anwendung darin liegt, die Bewegungen an die Form des jeweiligen Bauteils anzupassen. Für einen komplex geformten Spoiler ist ein anderer Ansatz nötig (Anzahl der Bewegungen, Aufteilung in Segmente usw.) als für ein einfaches Spiegelgehäuse. Wie jede Anwendungstechnik erfordert auch diese Übung und Erfahrung – lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn der erste Versuch nicht perfekt gelingt. Viel Erfolg!
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